Länge 18,5 km
Dauer 4 h reine Wanderzeit
Anspruch Normal, 500 Hm
Sehenswertes Kirche des heiligen Nikolaus und Messermuseum in Mikulášovice (Nixdorf)
Aussichten Weifberg, (Wachberg), Tanzplan (Tanečnice)
Einkehrmöglichkeit Auf dem Tanzplan (Montags Ruhetag, im Winter (nur 2016?) geschlossen), Mikulášovice (mehrere), Schäferräumicht (Öffnungszeiten unbekannt, Telefon: 035974 50377)
Anfahrt Pkw oder S-Bahn bis Bad Schandau und Bus (Linie 241) bis Hinterhermsdorf Erbgericht

Obwohl geologisch bereits im Lausitzer Bergland anzusiedeln, sind die kaum zu übertreffenden Fernblicke auf weite Teile der Sächsisch-Böhmische Schweiz Grund genug, diese Strecke als "Elbsandsteinrunde" zu bewerben. Fernsicht ist das Tüpfelchen auf dem i und ihr Ausbleiben wohl oft Motivation zur Wiederholung dieser abwechslungsreichen und trotz der Länge recht entspannten Wanderung.

Empfehlenswerte Ausgangspunkte der Wanderung sind Hinterhermsdorf (die Beschreibung beginnt dort) und Saupsdorf unterhalb vom (oder am) Wachberg. Hinterhermsdorf ist bei Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr aus Richtung Elbtal fast schon obligatorisch, dafür ist man mit jeweils 3 Fahrten zu den "interessanten" Zeiten recht flexibel in der Planung. Wir empfehlen, die Runde im Uhrzeigersinn - gemäß Beschreibung - zu durchlaufen, das mindert die Enttäuschung, wenn am Tanzplan die Kneipe geschlossen hat - eine der Einkehrmöglichkeiten in Mikulášovice (Nixdorf) hat bestimmt geöffnet...

Unweit vom Erbgericht in Hinterhermsdorf (Bushaltestelle) befindet sich ein großer Parkplatz (Ausgangspunkt der Beschreibung).

Kontinuierlich ansteigend führt die Weifbergstraße - blaue Wandermarkierung - in nördliche Richtung aus dem Ort heraus und nennt sich fortan "Alte Nixdorfer Straße", einem Verbindungsweg, der bereits im 15. Jahrhundert genutzt wurde. Unmittelbar nach der Kuppe öffnet sich der Blick auf den Weifberg mit seinem monumentalen hölzernen Aussichtsturm.

Umgebindehäuser prägen das Antlitz zahlreicher Ortschaften (vor allem) zwischen Elbsandsteingebirge, Nordböhmen und Lausitz. Für das in der Region einst weit verbreitete Handwerk der Weberei bedeutete diese stabile Bauweise mit dem typischen monumentalen Tragwerk aus Balken (auch) eine Entkoppelung der im Obergeschoss ansässigen Wohn- von dem ebenerdigen Wirtschaftsbereich, sodass die immensen Schwingungen der Webstühle nur stark reduziert auf das gesamte Gebäude übertragen wurden. Verwebt wurde zumeist Leingarn, das auf Weifen, üblicher ist die Bezeichnung Haspeln, in Teichen am Fuße des Weifberges gewässert und in der Sonne getrocket wurde.
Am Waldrand weist der gelbe Punkt den Aufstieg, vom Fuß des Turmes geht es, nach Ersteigung desselben, westlich zurück zur Alten Nixdorfer Straße. Bei mäßiger Sicht können sie den Besuch des Turmes auch auf das Ende der Wanderung legen, eventuell bessern sich ja die Verhältnisse.
 
Durch ein Räumicht, eine in der Region typische Bezeichnung einer gerodeten Fläche, führt die Schotterstraße hinab zum Waldrand. An der Wegegabelung halten sie sich nach links  "Dr-Alfred-Meiche-Weg", der nur kurz dem Waldrand folgt und dann anfangs steil ins Tal hinab leitet. Ein kleiner Steg führt über das Bachbett im V-förmigen Grund, kurze Anstiege und flache Passagen wechseln sich nachfolgend ab, erst ein tief eingeschnittenes Seitental reduziert noch vorm Wachberg den vorherigen Höhengewinn empfindlich.
 
Die Aussicht vom Wachberg ist, verglichen mit denen des zuvor besuchten Weifbergs oder des noch kommenden Tanzplans, recht ernüchternd und die einst beliebte Einkehr noch dazu seit Jahren geschlossen. Da ist es wohl eher die kurze Distanz vom letzten Abzweig (100m), die den Wanderer doch ins Areal lockt. Die Bautätigkeiten im Winter 2016 lassen hoffen, dass sich die Attraktivität eines Besuchs erneut einstellt.
 
Vom Sattel, wenn wir dem seichten Einschnitt dieses Attribut attestieren möchten, gehen sie nach rechts (im Sinne des Aufstiegs) weiter, der "Dr-Alfred-Meiche-Weg" zweigt gute 100 m darauf nach links ab, sie halten jedoch die Richtung geradeaus über die Landesgrenze hinweg (alternativ: bis zur Straße (2,5 km) auf dem "Dr-Alfred-Meiche-Weg" bleiben, diese kurz (250m)  bis zum Waldhaus und hinter dieser Einkehrmöglichkeit rechts hinauf der gelben Markierung folgen, die letztlich nach Tomášov (1,5 km) und hinter der kleinen Feriensiedlung auf die in der Karte vorgeschlagene und beschriebene Route trifft; Umweg gesamt ca. 2 km). 
 
Der Pfad dümpelt angenehm eben durch den Wald, trifft nach 500 m auf eine Forststraße, über die sie, was sie aber wirklich nicht möchten, nach rechts zum Ausgangspunkt  zurückeilen könnten (knapp 5 km) und der sie, die ihr wirkliches Ziel der Tanzplan ist, nach links folgen. Nach einem "gedehnten" Kilometer mündet der Weg auf die kleine Sackgasse, die von Mikulášovice nach Tomášov führt. Wenige Meter rechts beginnt der unerwartet lange aber bez. der Profils sehr dankbare Anstieg zum Tanečnice (wörtlich übersetzt: Tänzerin).
 
Offiziell sind die Öffnungszeiten des Bismarckturmes an die der Bergbaude gekoppelt. Allerdings scheint es derzeit so, dass das Tor zum Turm ständig offen steht. Wenn nicht gerade Nebel die Sicht einschränkt, sollten sie die Runden auf der Wendeltreppe drehen - die Aussicht von oben ist Atem beraubend!
 
Die blaue Markierung, in Aufstiegrichtung vor der Baude rechts startend, leitet nun nach Mikulášovice. Der Wanderweg nach Sebnitz (gelber Strich) biegt wenig unterhalb der Bergkuppe am ersten Querweg scharf links ab, unser Weg führt gerade aus, verjüngt sich zum Pfad, mündet in eine Forstraße und fällt jenseits dieser, nun wieder als breiter Waldweg, stark ab. Aufmerksamen Beobachtern wird die Granitgruppe auf der Staatsgrenze kaum entgehen. Dass ein Schalk ein Gipfelbuch auf den "Nadlers Stein" drapierte, ist aus der Ferne kaum auszumachen.
Nicht zu verfehlen hingegen ist der kleine Katarakt, auch wenn wohl nur während Schneeschmelze oder Regenperioden eine relevante Wassermenge fließen sollte. Sobald der Wald sich lichtet, eröffnet sich der Blick auf einen Ortsteil von Mikulášovice.
 
Sie halten über den wenig ausgeprägten Weg direkt über das Feld auf diesen zu. Hinter dem ersten Grundstück, noch vor der Bahnlinie gelegen, laufen sie nach rechts, queren die Schienen und folgen der anfangs parallel zu diesen verlaufenden Anwohnerstraße. Der Niedergang der einst florierenden Industrie ist im Ortbild leider nur zu offensichtlich. Leerstand und oft bis zur Unbewohnbarkeit herunter gekommene Gebäude säumen den Weg. Farbtupfern gleich mischen sich auch aufwändig gestaltete Fachwerkbauten darunter, vom Diktat der Sparsamkeit scheinen einzig religöse Stätten ausgenommen. Wachstum erfuhr Nixdorf einst mit der Gründung der ersten Messerschmiede Ende des 18. Jahrhunderts, der weitere und mit ihnen verwandte Gewerbe folgten. Die verbliebene Fabrik, die sie an der Hauptstraße passieren, beherbergt ein Messermuseum, dessen Besuch vermutlich nur per Voranmeldung möglich ist. 
 
Noch überlebt haben zum Glück mehrere Restaurants, auch wenn das erste, an dem der Weg vorüber führt, die Betriebsamkeit bereits vor Jahren einstellte. Falls der Hunger drastisch nagt, hätten sie beim Erreichen der Hauptstraße die erste Chance zur Linderung, in dem sie dieser ca. 300 m talwärts (nein, es ist kein wirklicher Abstieg, nur der begleitende Bach fließt in dieser Richtung...) folgen, und an die Pforte der Hospůdka U Černých auf Einlass hoffen.  In die andere Richtung - also Wanderrichtung - bedarf es noch eines 1,2 km währenden Fußmarsches entlang der Straße, bevor mit dem Hotel Ron im Schatten der mächtigen Kirche des heiligen Nikolaus eine gemütliche Einkehr erreicht ist. Eine weitere und die letzte böhmische Option zur Stärkung befindet sich mit der Penzion U Vladařů 250 m weiter rechterhand der Straße. Direkt nach der angrenzenden Touristeninformation wenden sie sich nach rechts. Am Ende des Parkplatzes hilft ein kleiner Steg über den Bach, rechtshaltend leitet die gelbe Markierung zu einem Spielplatz mit angegliederter BMX-Bahn.
 
Hiermit könnte die Beschreibung eigentlich enden, denn die nach links führende Straße ist just jene, auf der sie zu Beginn bereits wandelten - die "Alte Nixdorfer Straße".
 
Eine mögliche Variation gebietet dann doch etwas Ausführlichkeit... Die Straße führt aus dem Ort hinaus, überquert die Bahntrasse und steigt ab Höhe des Bades zunehmend an, um mit Erreichen des Waldes den Höhepunkt zu überschreiten. Der asphaltierte Ausbau endet am letzten, weit außerhalb von Nixdorf gelegenen Grundstück. Ihm gegenüber flankiert das Hančův kříž den Weg.
 
An der unmittelbar folgenden Kreuzung, rechts leitet die blaue Markierung zurück nach Tomášov, geht es gerade weiter. Eine mögliche Unsicherheit an der nächsten Gabelung, wo die Qualität des Untergrundes gedanklich dem linken Forstweg eine Chance gibt, hat man durch ein ungewöhnlich dichtes Netz an gelben Markierungen entschärft. Eine kleine Quelle (Pramen Strouha) säumt den Abstieg noch bevor sie den Fuß des Weifberges erreichen.
 
Sie könnten nun direkt zum Ausgangspunkt zurücklaufen. Oder nochmals den Turm erklimmen, was bei guten Sichtverhältnissen nicht die schlechteste Option ist. Oder sie dehnen den Rückweg noch geringfügig aus, indem sie den Weifberg links umschreiten und dem östlich gelegenen Schäferräumicht einen Besuch abstatten. Falls die dortige Einkehr geöffnet hat (an Wochenenden wahrscheinlich), ist hier ein gemütlicher Ausklang des Tages garantiert. Und die knapp 2 km Rückweg über den Hinterhermsdorfer Rundweg (gelb markiert) sollten keine Hürde mehr darstellen...
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