Länge 17,5 km (11,7 km ohne Winterberg)
Dauer 6-7 h
Profil Anspruchsvoll, 450 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Lattengrund, Schrammtor, Schrammsteinaussichten, Carolaaussicht, Winterberg(aussicht)
Aussichten Schrammsteinkette (mehrere), Breite-Kluft, Reitsteig (mehrere), Winterberg (Turm), Carolafelsen
Einkehrmöglichkeit Schrammsteinbaude, Winterberg
Anfahrt Auto, Zug (bis Krippen, dann Fähre + 2 flache Zusatzkilometer)

Der Gratweg in den Schrammsteinen zählt zurecht zu den schönsten Streckenführungen in der Sächsischen Schweiz. Entsprechend beliebt und belebt präsentiert sich der ausgesetzte Pfad, sodass der nach Einsamkeit strebende Wanderer unserer Empfehlung besser nicht an sonnigen Wochenendtagen folgen sollte... es sei denn er lebt das Motto "Im Frühtau zu Berge", dann ist "der Tummelplatz der Massen" bereits passiert, bevor die "Platzkarten" an den Aussichten verteilt werden. Reichlich Höhenmeter liegen auf der Runde, über steile Leitern geht es immer wieder auf und ab. Bei Verzicht auf eine Einkehr in der Berggaststätte Winterberg kann die Streckenlänge deutlich abgespeckt werden - Höhenmeter spart man jedoch kaum.

Der mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisende Wanderer steigt von Postelwitz aus über die Kirschleite zum Zahnsgrund. Über den Obrigensteig wäre ein Direktanstieg zum Großen Schrammtor möglich, allerdings lohnt der Umweg durch den Lattengrund, dessen Zustieg sich kurz unterhalb der Schrammsteinbaude (begrenzte Parkmöglichkeiten dort oder talauf am Zugang Schießgrund; Parken am Straßenrand im Grund führt häufig zu Nebenkosten) befindet.

Der blau markierte Wanderweg durch den Lattengrund startet und endet mit steileren Passagen, die den interessantesten Teil durch eine enge Schlucht einschließen. Zum Großteil überspannen Bohlen den feuchten Grund, die abzweigenden Pfadspuren führen in Sackgassen, da der von Alters her begangene Ausstieg aus dem Grund verlegt und mittels Bäumen versperrt wurde. Am Ende der Stufen befindet sich linkerhand eine - allmählich zuwachsende - Aussicht auf den größten Klettergipfel der Sächsischen Schweiz, den Falkenstein.

Ein Stück weiter erreichen wir den Obrigensteig und linkshaltend ist das Große Schrammtor bald erreicht. Hier beginnt der so genannte "Promenadenweg", der recht eben unterhalb der Felswände durch den Wald führt. Rücken die Felswände erstmals an den Pfad heran, haben sie den Kletterfelsen "Jungfer" vor sich, ein nicht einfach zu besteigender Fels, dessen leichtester Weg mit VIIa eingestuft ist. Wenige Schritte weiter zweigen linkerhand Wildschützen- und Jägersteig ab. Ersteren nutzen wir für den Aufstieg hinauf zu den Schrammsteinaussichten, die sich nach Erreichen des so genannten Gratwegs 100m links befinden.

Der Zugang zum südlichen Aussichtspunkt wurde kürzlich mit Bäumen und Bohlen verbarrikadiert, Beschwerden sind bei der Nationalparkverwaltung einzureichen.

In westliche Richtung führt der Gratweg (blau markiert) anfangs im steten Auf und Ab bis zur Aussicht über der Breiten Kluft. Der Blick reicht hier über den Rauschenstein hinweg, rechterhand zu Zirkelstein und Kaiserkrone bis hinüber in den böhmischen Teil des Elbsandsteingebirges. Markant ragt in der Ferne der ebenmäßige Vulkankegel des Rosenbergs auf.

Wir folgen der blauen Markierung über den Schrammsteinweg bis zum rechts abzweigenden Zurückesteig, der, mit wenigen moderaten An- und Abstiegen gespickt, zwischen Felsformationen hindurch zum Reitsteig führt. Kurz zuvor treffen Schrammsteinweg und Zurückesteig wieder zusammen, sodass auch der Schrammsteinweg, der sich am Fuße der Felsen dahinschlängelt, als etwas weitere Wegevariante gewählt werden könnte.

Wer auf Einkehr gesetzt hat und konditionell noch nicht gefordert ist, folgt nun dem Reitsteig nach rechts. Bis zum Berghotel Winterberg sind es reichlich drei Kilometer Strecke, wobei nur gegen Ende ein Anstieg zu absolvieren ist. Die interessanten Aussichten über der Fluchtwand sind nur 400m von der Kreuzung Zurücksteig/Reitsteig entfernt - bei guter Sicht empfiehlt sich dieser Abstecher auch für den Kandidaten, der nicht bis zum Winterberg vordringen will.

Unsere Wanderung folgt dem Reitsteig nach links (Ausschilderung Wilde Hölle bzw. Carolafelsen).

Der Carolafelsen oberhalb des Felskessels Großer Dom zählt zu den eindrucksvollsten Aussichten des Elbsandsteingebirge und ist den kurzen Abstecher vom Weg jede Mühe wert. Mittig im Kessel ragt der Doppelgipfel Domwächter-Rohnspitze auf, links am Massiv hebt sich der schwer zu erklimmende Dompfeiler deutlich ab. Die Schrammsteinkette präsentiert sich in voller Pracht in der Ferne, rechterhand sehen wir Falkenstein und unmittelbar dahinter den markanten Lilienstein.

Auf dem Abstieg durch das enge Tal der Wilden Hölle sind kurze Abschnitte mit Leitern und Tritteisen zu absolvieren. Da es nie ausgesetzt sind, dürften diese für den Wanderer kaum ein Problem darstellen, nur im Winter könnten Schnee und Eis die Passage problematisch gestalten.

Sobald sich das Tal öffnet und der Pfad die steilen Wände der Affensteine verlässt, halten wir uns am ersten Abzweig nach links und wählen die Unteren Affensteinpromenade, die, stets auf einer Höhe bleibend, zur Wildwiese unter dem mächtigen Massiv der Schrammsteine führt. Weiter geht es den Wenzelweg in Richtung Ostrau.

Entweder folgt man dem Wenzelweg direkt bis zum Zahnsgrund und läuft die Straße ca. 500m hinab zur Schrammsteinbaude oder man wählt die Variante über Elbleitenweg (erste Kreuzung links weg) und Schießgrund, womit nur noch 200m Straßenbenutzung erforderlich sind.

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