Länge 18,5 km (davon knapp 1 km Kahnpartie)
Dauer 6 h
Anspruch Anspruchsvoll, 535 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Pravčická brána, Edmundsklamm
Aussichten Pravčická brána (Prebischtor, mehrere), am Fuße des Velký Pravčický (Großer Prebischkegel)
Einkehrmöglichkeit Mezná (mehrere), Mezní Louka (2), Sokolí hnízdo (Falkennest), Hřensko (mehrere), Imbiss an beiden Bootsstationen
Anfahrt S-Bahn bis Schöna und Übersetzen mit der Fähre, Pkw bis Hřensko (oder Mezní Louka)

Das Prebischtor ist die Bastei der Böhmischen Schweiz.
Ein Wunder der Natur.
Ein Touristenmagnet.
Nur ein Zugang durch die "Hintertür", der, analog zum Sprint vom Parkplatz zur Bastei, bequem zum Ziel führt -- ein solcher existiert hier nicht. Das Gros der Besucher steigt von Hřensko hinauf oder wählt den weiten Gabrielensteig ab Mezní Louka, um über denselben Weg zurück zum Ausgangspunkt zu wandern. Unser Vorschlag kombiniert beide Strecken und spendiert einen weiteren Höhepunkt: eine Kahnpartie durch die Edmundsklamm!

Bitte beachten sie, dass diese Tour nur von Ende März bis Ende Oktober möglich ist, da nur dann der Bootsverkehr stattfindet. Exakte Öffnungszeiten können sie der Webseite zur Böhmischen Schweiz entnehmen. Darüber hinaus ist das Prebischtor in den Wintermonaten nur  von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen zugänglich (und bei schlechtem Wetter ist nicht einmal das gesichert). Mezná, den kleinen Ort oberhalb des Endes der Kahnpartie, können sie auch zu Fuß erreichen: Folgen sie dazu am Beginn der Klamm der Straße nach links aufwärts bis nach etwa 1,5 km der Wanderweg zum Prebischtor die Straße nach links verlässt.  Wenige Schritte weiter zweigt rechts der gelb markierte Weg nach Mezná ab. Vor allem durch den langen Abschnitt entlang der Straße hat diese Variante nicht annähernd den Charme der Klammstrecke (also im Winter doch besser auf andere Wanderungen ausweichen).
Die Streckenbeschreibung beginnt an der Mündung der Kamenice in die Elbe in Hřensko, nur wenige Schritte von der Elbfähre entfernt, da die Anreise mittels S-Bahn für diese Wanderung recht komfortabel und schon daher zu empfehlen ist. Kostenfreie Stellplätze für den Pkw existieren unmittelbar an der Elbstraße in Höhe der Fähre. Im Bereich des Zugangs zur Edmundsklamm in Hřensko und auch in Mezní Louka befinden sich größe kostenpflichtige Parkflächen, womit sich die Weglänge um ca. 2,5 km verkürzen würde. Eine weitere Variante der Anreise stellt während der "Saison" die Busverbindung von Königstein nach Mezná dar.

Laufen sie durch Hřensko (Herrnskretschen),  vorzugsweise durch die Fußgängerpassage links der Kamenice. Wie nahezu in jedem böhmischen Ort mit Grenzübergang nach Deutschland müssen sie auch hier die zahlreichen Asiatenmärkte erdulden. Immerhin hat sich deren Anzahl, verglichen mit den 90er Jahren, inzwischen drastisch reduziert und mit Passieren der Kirche des heiligen Jan Nepomuck, erbaut im Jahre 1736, haben sie den ärgsten Trubel hinter sich. Nach einem reichlichen Kilometer trifft die Neben- auf die Hauptstraße und sie wechseln auf die andere Seite des Baches, da die Felsen bis ans linke Ufer herantreten und zunächst nur rechts Patz für einen Pfad lassen.

Willkommen in der Natur!

300m weiter, die zunächst enge Schlucht wird zunehmend weiter, leitet eine Brücke ans andere Ufer. Vor der Bootsstation verengt sich das Tal vollends. Drei Tunnel und eine Steganlage machen den Abschnitt zur Staumauer der Edmundsklamm passierbar.

Die Boote fahren nach Bedarf. Wenn der Fährmann allerdings auf dem weit einsehbaren Wanderweg weitere potentielle Passagiere erspäht, könnte es sein, dass er (auch mehrfach) wartet, um den Kahn voll zu bekommen. Aber die Wartezeit ist i.d.R. kürzer als die Fährzeit von 20 Minuten für die 960m lange Strecke.

Am oberen Ende der Partie erwartet sie wiederum ein in den Fels getriebener Pfad mit einigen kürzeren Tunneln. Nahezu eben geht es gut 1,5 km dahin, bis sie an der ersten und einzigen Kreuzung in der Schlucht den einzig anspruchsvollen Anstieg der Runde hinauf nach Mezná (Stimmersdorf) in Kauf nehmen müssen. Gerade aus führt der Weg zur Wilden Klamm, die wiederum nur durch eine Kahnfahrt durchquert werden kann. Rechts hinauf geht es nach Růžová. Ihr Weg führt über die langen Stufen nach links.

Eine weitere Variante, die die Gesamtstrecke mit 1800 Zusatzmetern belastet (und 450 m Kahnfahrt, aber das ist ja höchstens eine finanzielle Belastung), wäre der Weg durch die Wilde Klamm. Folgen sie hierzu der Ausschilderung gerade aus. Nach 600m erreichen sie die Bootsstation, die Kahnfahrt beansprucht 15 Minuten zzgl. der Wartezeiten, bis der "Kahn voll ist". Verpassen sie an der oberen Station nicht den Blick zur Glückquelle, die sich unmittelbar rechts der Brücke im Grund versteckt. Mit viel Glück können sie dort einen grandiosen Wasserfall bestaunen. Knapp 1km geht es oft über Eisenstege dahin, bis der Soorgrund aus dem Tal führt. Weitere 500m später folgen sie der blauen Markierung nach links. Der zunehmend steiler werdende Wanderweg führt aus dem Tal heraus und direkt nach Mezní Louka hinein.

In Mezná bestehen mehrere Einkehrmöglichkeiten. Im kleinen Ort wenden sie ihre Schritte nach rechts und folgen der Straße (grüne Markeriung) nach Mezní Louka (Rainwiese). Eine Alternative zum gut 1,5 km langen Trip auf der Straße existiert leider nicht - zum Glück hält sich das Verkehrsaufkommen in Grenzen. Mezní Louka bietet nochmals zwei Möglichkeiten zur Stärkung, bevor der lange, aber fast ausschließlich ebene Gabrielensteig (der Steig, so wird vermutet, erhielt den Namen der Schwester des Fürsten Edmund Clary-Aldringen, einem herausragenden Förderer des Fremdenverkehrs der Region) zum Prebischtor führt. Der anfangs breite Weg verengt sich zunehmend zum Pfad und trifft nach dem (offiziell nicht durchführenden) Abzweig zum Großen Zschand  auf die ersten kleineren Felsen. Aufmerksame Wanderern wird der eigenwillige Pfosten am Wegesrand kaum entgehen: es handelt sich um eine Lichtschranke zur Besucherzählung.

Die Wände werden zunehmend höher und erreichen am imposanten Beckstein ihr Maximum. Der Weg führt nun in weitem Bogen um einen weiten Kessel. Rechts oberhalb ist, sobald sich die Bäume einmal lichten, der spitze Kegel des Zuckerhuts (Homole) zu sehen. Etwas zurückgesetzt im Kessel ragt der mächtige Große Prebischkegel (Velký Pravčický kužel) auf. Eine Kanzel, die im hintersten Winkel durch einen kurzen Abstieg erreicht werden kann, eröffnet einen weiten Blick in westliche Richtung.

Bis zum Aufstieg zum Prebischtor sind es nur noch 1,4 flache Kilometer.

Der Zutritt zum Pravčická brána ist kostenpflichtig, die 75 Kč (Erwachsene) bzw. 25 Kč (Kinder) auch nicht gerade ein Schnäppchen. Dennoch kann der Besuch nur empfohlen werden, die Aussichten sind grandios, Europas größte Felsbrücke ist eine imposante Erscheinung und bei der preiswerten Einkehr ins Falkennest (Sokolí hnízdo) sind die Mühen schnell verdrängt.

Wer hinter dem Restaurant die westliche Aussicht ersteigt, wird zwangsläufig die Lager der Brücke erspähen, die die Schlucht überspannten. Hier begann einst der Fremdenweg zum Winterberg, aber der Nationalpark verweigert sich der Freigabe dieses berühmtesten Abschnitts des Malerweges...

 Und der Rückweg? Darüber gibt es nicht viel zu schreiben. Steigen sie zum Gabrielensteig hinab und biegen nun nach rechts ab. Der Weg führt, teils recht steil, ins Tal. Nach 2 km erreichen sie die Straße und hiermit das einzige Makel der Wanderung: der Straße zu folgen, bleibt "alternativlos". Nach gut eineinhalb Kilometern bringt Hřensko die Erlösung. Jetzt müssen sie nur noch die Asiatenmärkte schadlos durchqueren...

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