Länge 10 km
Dauer 4 h
Anspruch Normal, 390 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Die Aussichten selbst:)
Aussichten Großer Zschirnstein (mehrere), Kleiner Zschirnstein (mehrere)
Einkehrmöglichkeit Zschirnsteinbaude
Anfahrt Pkw

Eine Pause vom Trubel an den Touristenmagneten gefällig? Dann sind die Wege in den Wäldern rund um den Großen Zschirnstein, mit 561m die höchste Erhebung der Sächsischen Schweiz, womöglich eine gute Wahl. Einsamkeit können wir nicht garantieren, aber wohl an wenigen Ecken der Region ist die Wahrscheinlichkeit hierfür höher. Auf landschaftliche Reize werden sie nicht verzichten müssen, nur die Wege zu diesen sind halt etwas weiter...

Die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr ist an Wochenenden nur zwischen Ostern und Ende Oktober möglich (Stand 2016). Die Linien ab Bad Schandau über Gohrisch (Buslinie 244b) bzw. zusätzlich über Königstein (244a) werden vormittags in "Hinrichtung" und nachmittags in "Gegenrichtung" stündlich bedient. Wochentags ist mit der Linie 251 (Bad Schandau über Krippen) eine weitere Option verfügbar. Erkundigen sie sich vorab über die letzte Möglichkeit der Rückfahrt. Oder sie planen bereits im Voraus, das Ziel der Wanderung nach Schöna (Bahnhof) zu verlegen, womit sie unabhängig vom Nahverkehr (die letzte S-Bahn startet nach 22:00 Uhr) wären. Auf Varianten dieser "Abreise", die ca. 1,5 Stunden zusätzlich erfordern, gehen wir im Text ein..

Vom Parkplatz in Kleingießhübel (gleichzeitig Buswendeplatz) gehen sie ein Stück zurück in Richtung Ortschaft, bis die rote Markierung nach links weist. Sie folgen dem Hirschgrundweg, der nach 500m die letzten Grundstücke der Ortschaft verlässt und im Wald stetig ansteigt.

Der Hirschgrundweg trifft bald auf den grün markierten Forstweg, der aus dem Krippenbachtal aufsteigt. Knapp 300 Meter folgen sie diesem bergan zur Wildbrethöhle, wo der Überlieferung nach das bei Hofjagden erlegte Wild bis zum Abtransport aufbewahrt wurde. Rechts beginnt der mit einem roten Punkt gekennzeichnete Aufstieg zum Großen Zschirnstein. Nach einigen Stufen und einer Spitzkehre flacht der Anstieg merklich ab. An einer Spitzkehre verlassen sie den rot gekennzeichneten Weg und halten sich rechts zur Aussicht an der Südspitze hin. Rechterhand zweigen immer wieder schmale Pfade ab, die zur Westflucht führen. Oberhalb dieser leiten Pfadspuren ebenso zur Südspitze, einige kleinere Aussichten werden so passiert.

Markant ist die Nagelsche Säule, die als Widmung der Leistungen des Leiters der Vermessung in Sachsen August Nagel (1821-1903) im Jahr 1865 errichtet wurde. Der Große Zschirnstein war einer von mehreren Triangulationspunkten in der Region. Auf Lilienstein, Raumberg und auf dem Hohen Schneeberg existierten weitere Punkte. Bei der Säule handelt es sich um eine 2011 aufgestellte Nachbildung, da das Original seit 1900 verschollen ist.

Die Aussicht vom Großen Zschirnstein ist schwer zu übertreffen. Allerdings ist gute Sicht unabdingbar, da die landschaftsbestimmenden Punkte doch recht entfernt liegen. Vom etwas östlich gelegenem Vorsprung sind sogar die Felsen des Schmilkaer Klettergebiets sichtbar. Nach Osten hin entdeckt ein scharfes Auge gar das Falkennest am Prebischtor. Markant erhebt sich der Rosenberg über die Ebene. Im Süden steht der Hohe Schneeberg und gen Westen zeichnen sich die Tafelberge Königstein, Lilienstein und Pfaffenstein deutlich ab. Über letzterem soll bei außergewöhnlicher Fernsicht gar der Collm bei Oschatz auszumachen sein.

Für den Abstieg vom Großen Zschirnstein gehen sie entweder bis zum Abzweig am roten Wanderweg zurück und folgen diesem nach Osten, oder sie wählen ca. 100m ab der Aussicht den nach rechts verlaufenden Weg. Nach gut 50m befindet sich wiederum rechts eine kleine Aussicht. Nach knapp 200m teilt sich der Weg. Beide führen letztlich zum rot markierten Wanderweg. Links flach und bequem, rechts anfangs steil, dafür deutlich kürzer. Unanhängig von der gewählten Variante folgen sie anschließend dem roten Wanderweg bergab bis zu einer großen Kreuzung. Links befindet sich eine große Schutzhütte.

Hier nun die Wegevariante, falls sie beabsichtigen, die Wanderung bis zum Bahnhof Schöna fortzusetzen. Genau genommen hätten wir sogar zwei Strecken im Angebot, wobei die Reizvollere mit ca. 8 km leider auch die deutlich längere ist.

Deshalb zunächst die schnelle Variante, die mit 4,5 km zu Buche schlägt: Folgen sie ab der Schutzhütte rechts der mit einem gelben Strich gekennzeichneten Forststraße. Sie führt in mehreren Wellen schnurgerade in Richtung Schöna. An einem Linksschwenk ist in der Ferne eine Gartenanlage zu erkennen. Dort besteht mit der Waldschänke eine Möglichkeit zur Einkehr. Falls sie diese anlaufen, müssten sie der Straße nach dem Parkplatz (100m hinter der Gaststätte gelegen) nach rechts folgen, um wieder auf den gelben Wanderweg zu treffen, der am zuvor erwähnten Linksschwenk gerade aus führt. Der Weg verläuft später unmittelbar am Feldrand. Sobald er in Richtung Zirkelstein schwenkt (dessen Besteigung mindestens eine halbe Stunde beanspruchen würde), gehen sie noch wenige Meter gerade aus und dann nach rechts. Der Pfad führt direkt am Weiher des Schiebbaches, zuletzt über Stufen hinab zum Elberadweg. Diesem folgen sie links zum Bahnhof.

Die längere Variante stattet dem reizvollen Gelobtbachtal einen Besuch ab. Wandern sie ab der Schutzhütte nach Süden. Sobald die Forststraße nach Westen zieht, ist links der Grenzübergang am Böhmischen Tor ausgewiesen. Etwa 100m vor dem Grenzübertritt halten sie sich nach links (Kriegsweg), dem sie solange folgen, bis er im Quergelobtbachtal eine deutliche Schleife bildet (Ziskaquelle). Hier geht es parallel zum oft ausgetrockneten Bachbett nach unten und oberhalb des Talgrundes nach links. Etwa 700 m später leitet ein Weg in den Grund. Sollten Sie den Stein mit der Aufschrift "Kornmarkt 1812" erreicht haben, so haben sie den kurzen Abstieg verpasst. Gut 30 m weiter führen gering ausgeprägte Pfadspuren parallel zu einer eingezäunten Schonung - an deren Ende stark rechts halten -  ebenso ins Gelobtbachtal. Talwärts passieren sie den Gelobtbachfall mit dem Stauweiher und kurz vor der Bahnunterführung die Gelobtbachmühle. Über den Elberadweg geht es links zum Bahnhof Schöna. Weitere Informationen zu dieser Streckenvariante finden Sie in der Beschreibung zur Wanderung "Vom Elbtal zum Böhmischen Tor".

Links führt auch die rote Markierung weiter, der sie bis zum Zusammenschluss mit dem grünen Wanderweg folgen. Laufen sie hier gerade aus weiter, ist der Startpunkt schnell erreicht. Links hinauf geht es allerdings, wenn ihnen noch immer der Sinn nach dem Kleinen Zschirnstein steht. Etwa 400 m weiter weist die Ausschilderung nach rechts (gelber Punkt). Dieser Weg formt einen Rundweg auf dem Plateau des Steins; es ist günstig, diesen entgegen dem Uhrzeigersinn zu begehen.

Das Sichtfeld am Funkmast reicht von den Tafelbergen im Westen bis zum Großen Winterberg. Ein Felsabsatz, der über Pfadspuren rechterhand erreicht werden kann, erweitert die Aussicht bis ins böhmische Elbtal hinein.

Folgen Sie dem Wanderweg weiter, erreichen sie nach einem seichten Sattel mehrere Aussichtpunkte oberhalb von Kleinhennersdorf. Halten sie sich nachfolgend stets an den Pfaden oberhalb der Westflanke des Berges (anstatt der gelben Markierung nach Südost zu folgen). Die Höhe des Abbruchs verringert sich schnell, am Ende zieht der Pfad durch den Wald nach unten. Sie treffen auf einen Weg, der rechts zum Hirschgrundweg leitet. Über diesen geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Mit der Zschirnsteinbaude besteht hier eine einfache und recht preiswerte Einkehr.

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